Nachträgliche Kerndämmung von Hohlmauerwerk
Die Außenwände älterer zweischaliger Gebäude besitzen oft eine 5 bis 12 cm breite Luftschicht, in der unkontrollierte Luftströmungen stattfinden. Während der Heizperiode kann dies zu spürbaren Wärmeverlusten über die Gebäudehülle führen. Mit einer Kerndämmung mittels maschineller Einblastechnik lassen sich diese Hohlräume nachträglich vollständig verfüllen, wodurch der Dämmwert der Außenwand deutlich verbessert wird.
Gesetzliche Anforderungen erfüllt:
Durch die vollständige Verfüllung der Hohlschicht gelten die energetischen Anforderungen der Sanierung nach dem aktuellen Gebäudeenergiegesetz (GEG) als erfüllt (gemäß GEG Anlage 7, Nr. 1, Buchstabe c, wonach die Anforderungen bei einer Kerndämmung als eingehalten gelten, wenn der bestehende Hohlraum vollständig mit Dämmstoff ausgefüllt wird). [1, 2]
Der Ablauf der Einblasdämmung:
Das Aussehen der Fassade bleibt unverändert. Im Kreuzfugenbereich der Außenwand werden kleine Bohrlöcher (Durchmesser ca. 3–5 cm) im berechneten Rasterabstand eingebracht. Über diese Öffnungen wird das bauaufsichtlich zugelassene Einblasmaterial mittels spezieller Einblasdüsen in den zweischaligen Zwischenraum eingeblasen. Die granulierte oder faserige Beschaffenheit und der kontrollierte Förderdruck bewirken eine flächendeckende Verteilung und eine hohlraumfreie, setzungssichere Ablagerung. Im Anschluss werden die Bohrlöcher mit farblich passendem Fugenmörtel wieder verschlossen. Die Arbeiten können in den meisten Fällen flexibel über Leitern oder Hubsteiger durchgeführt werden, sodass ein aufwendiges Fassadengerüst häufig entfällt. [1, 2,]
Vorteile und Nutzen der Kerndämmung auf einen Blick:
• Schnelle Umsetzung: Die nachträgliche Dämmung eines typischen Einfamilienhauses lässt sich in der Regel innerhalb von ein bis zwei Arbeitstagen abschließen.
• Verbesserter Wärmedurchgang: Der U-Wert der ungedämmten Wand kann je nach Schichtdicke der Hohlschicht erheblich gesenkt werden (z. B. von etwa 1,5 W/m²K auf unter 0,5 W/m²K).
• Höhere Oberflächentemperatur: Die raumseitige Wandtemperatur erhöht sich spürbar (beispielweise von ca. 14,2 °C auf bis zu 18,1 °C bei einer angenommenen Außentemperatur von -10 °C). Dies minimiert das Phänomen der „Kältestrahlung“ und unterstützt ein stabiles Raumklima.
• Zugluft-Stopp: Kalte Luftströmungen in den Deckenübergängen, Fußböden und Ritzen unter den Fensterbänken werden effektiv blockiert.
• Schutz vor Feuchtigkeit: Durch den Einsatz dauerhaft hydrophobierter Dämmstoffe bleibt der Feuchtetransport reguliert, und die Innenschale wird vor Kondensat geschützt.
• Qualitätssicherung: Vor der Verfüllung nutzen wir moderne Endoskopie Technik sowie Thermografie Aufnahmen zur Hohlraumkontrolle, um den Wandaufbau präzise zu prüfen. Ein Nebeltest hilft uns dabei, eventuelle Leckagen im Vorfeld zu lokalisieren.